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Brandschutzerziehung bei der Feuerwehr Hanau

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Ansprechpartner:

Herr Karlheinz Ladwig
Tel: 06181/6764-146
Fax: 06181/6764-49146
E-Mail: karlheinz.ladwigfeuerwehr-hanaude

Brandschutzerziehung in der Neuzeit, ist bei der Feuerwehr Hanau, kein Fremdwort. Bereits in den 70er Jahren führten die einzelnen Stadtteilfeuerwehren und das Brandschutzamt, Brandschutzerziehung in den verschiedensten Formen durch. Kindergärten und Schulen besuchten die Feuerwehren in ihren Feuerwachen. Hier wurde den Kindern, mehr oder weniger spielerisch, die Feuerwehr vorgestellt und das Verhalten im Brandfall vermittelt. Ein einheitliches Konzept bestand jedoch nicht. Ebenfalls waren Unterrichtsmaterialien kaum oder gar nicht vorhanden.

So kam es das sich eine Gruppe von Feuerwehrleuten aus den Stadtteilen und dem Brandschutzamt am 21.10.1997 versammelte und versuchte eine klare Richtlinie zu erstellen und vor allem Unterrichtsmaterialien zu sichten und zu beschaffen. Der Arbeitskreis Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung war geboren.

Von nun an traf sich diese Gruppe regelmäßig und schnell wurde ein Konzept sichtbar. Mit dem Inkrafttreten des Hessischen Gesetzes über den Brandschutz, die allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz ( HBKG ), welches am 17. Dezember 1998 in Kraft trat, wurde die Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung gesetzlich festgeschrieben. Hier musste nun kein neuer Arbeitskreis gegründet werden, die Ergebnisse des vorhandenen Arbeitskreises hatten nun auch eine rechtliche Absicherung.

 

 

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Das Ergebnis dieser Arbeit ist eine Ausbildungskiste mit den verschiedensten Ausbildungs- und Übungsmaterialien für den Brandschutzerziehungsunterricht im Kindergarten und in der Grundschule. In mehreren Probeunterrichten in einer Grundschule, einem Hort und in den Kindergärten wurden die Materialien erprobt, verbessert und ergänzt. Im März 2001 wurden nun 7 Ausbildungskisten an die Feuerwehren der Kernstadt, der Stadtteile und an das Brandschutzamt der Stadt Hanau übergeben. Eine Klappmaulpuppe wurde speziell für die Feuerwehr Hanau erstellt. Sie ist ein Mädchen in Feuerwehruniform und hört auf den Namen Florentine. Florentine blieb aber nicht lange allein. Als sogenannter Gegenpart wurde eine Klappmaulpuppe „Feuerteufel“ beschafft und dieser geht heute zusammen mit ihr zu den Kindern. Der Hanauer Ausbildungsordner (elektronische Präsentation oder Ordner mit Folien für die Grundschule), entwickelt in Hanau, wurde in verschiedene Sprachen übersetzt und dient heute vielen Feuerwehren weltweit als unterstützende Ausbildungsgrundlage in der Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung. Viele weitere Ausbildungsmaterialen wurden beschafft oder neu in Hanau entwickelt.

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Einen Höhepunkt erfuhren die Mitglieder der Hanauer Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung im Jahr 2005. Da stellte die Feuerwehr Hanau einen Gerätewagen Brandschutzerziehung/Brandschutzaufklärung, abgekürzt GW-BE in Dienst. Das Neufahrzeug, ein Transporter der Marke Daily von der Firma Iveco,  wurde beschafft und im Iveco Werk in Weisweil nach Vorgaben der Hanauer Brandschutzerzieherinnen und  Brandschutzerzieher ausgebaut. Anschließend bekam das Fahrzeug sein feuerwehrmäßiges Aussehen durch Kollegen des Brandschutzamtes Hanau. Alle beschafften oder selbst entwickelten Ausbildungsmaterialien hatten nun eine hervorragende Unterbringung. Mit diesem Fahrzeug fährt die Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung bis heute zu ihren Ausbildungsveranstaltungen. Dieser damals entwickelte  Prototyp, dient heute vielen Feuerwehren als Planungsgrundlage vergleichbarer Fahrzeuge.     

Neben Auftritten bei den Tagen der offenen Tür, bei Festveranstaltungen in der kompletten Stadt Hanau, wie zum Beispiel dem Bürgerfest, ist die Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung Hanau oft auch in  Kindergärten, in Grundschulen, bei der Erwachsenenfortbildung, in Seniorenheimen und bei Menschen mit Behinderung tätig. Gerade mit ihrer Arbeit bei Menschen mit Behinderungen sie die Mitglieder der Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung bundesweit führend. Am Anfang belächelt, doch heute dienen die Ergebnisse dieser Arbeit bundesweit als Leitfaden. Neben einzelnen Ausbildungseinheiten werden im Gesamtpaket Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung in Hanau Projekttagen und sogar Projektwochen angeboten. Zwei Jahre wurde sogar im Rahmen der Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung, an der Lindenauschule in Hanau-Grossauheim, eine Feuerwehr AG durchgeführt. Regelmäßig nahmen Kinder von der 5. bis zur 10. Klasse an den Terminen der AG teil.

Auch die Feuerwehrkindermodenschau der Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung Hanau, wurde mit ihren Auftritten bundesweit bekannt. Kinder aus dem evangelischen Hort in Hanau Klein-Auheim, begeisterten viele Zuschauer mit ihrem besonderen Scharm. Sie präsentierten in vielen Auftritten die Aufgaben und die Tätigkeit der Feuerwehr.
Die Materialsammlung des Gemeinsamen Ausschusses von vfdb und DFV, für Materialien der Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung, hat ebenfalls die Wiege in Hanau. Hier entstand eine Materialsammlung welche einen Überblick über Brandschutzerziehungs- und Brandschutzaufklärungsmaterialien bundesweit gibt. Ein Dokument was seines Gleichens sucht. 

Gute Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung spricht sich herum. So kam es, dass ein Mitglied der Feuerwehr Hanau in die verschiedensten Fachausschüsse Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung kreis-, landes- und bundesweit berufen wurde. Mitglieder der Feuerwehr Hanau findet man immer wieder auf Kreis-, Landes- und Bundesebene als Referenten für die bekannten Themen der Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung.

 

Selbstverständlich kostet Brandschutzerziehung Geld. Ohne eine tolerante Amtsleitung und ohne eine tolerante Stadtverwaltung ist Brandschutzerziehung „Marke Hanau“ nicht möglich. Wir sind aber sicher, dass die Arbeit der Brandschutzerzieherinnen und Brandschutzerzieher den Stellenwert in unserer Stadt hat, der dem hohen Arbeitsaufwand gerecht wird. Brandschutzerziehung ist im öffentlichen Leben der Stadt Hanau nicht mehr wegzudenken.