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FESTREDE ZUM 125 JÄHRIGEN BESTEHEN DER

FREIWILLIGEN FEUERWEHR GROSSAUHEIM

1881 – 2006

 

Erstellt aus der Vereinschronik von Kamerad Werner König

 

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Großauheim ist untrennbar mit der Geschichte unserer Stadt, des Landes Hessen und der Geschichte Deutschlands verbunden.

Internationale, nationale und örtliche Ereignisse haben sich- und dies teilweise sehr ausgeprägt- auf die Geschichte unserer Feuerwehr ausgewirkt. Deshalb fällt es auch leicht, die 125 jährige Geschichte in Teilabschnitte zu gliedern, um Ihnen- sehr geehrte Damen und Herren- einen kleinen Überblick von den Anfängen bis hin zum heutigen Stand der Freiwilligen Feuerwehr Großauheim zu geben.

1881 – 1933 war wohl der bisher längste und gleichzeitig bedeutsamste Abschnitt. Die Zeit des nationalsozialistischen Terrorregimes brachte viele Veränderungen und verlangte von den freiwilligen Helfern sehr viel Einsatzbereitschaft und Verzicht.

In der Zeit von 1945 – 1976 wurde die Freiwillige Feuerwehr zu einer modernen und gut ausgerüsteten Wehr, bis sie im Zuge der Gebietsreform als Einsatzabteilung der Feuerwehr der Stadt Hanau eingegliedert wurde. Dies ist jetzt auch schon wieder 30 Jahre her.

In diesen 125 Jahren wurden unzählige Stunden von freiwilligen Männern und ab 1991 auch Frauen zum Schutz der Bevölkerung Großauheims und der angrenzenden Gemeinden geleistet- unter dem Wahlspruch:

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.

Bereits der preußische König und der deutsche Kaiser nahm mit Gesetzen und Verordnungen auf den Brandschutz in unserer Stadt Einfluss. Er verordnete den Gemeinden seines Herrschaftsbereichs ein Pflichtfeuerwehr- Corps- er gestattete aber auch die Aufstellung eines örtlichen freiwilligen Feuerwehrvereins. Diese freiwillige Feuerwehr unterstand der direkten Aufsicht des Bürgermeisters.

So wurde auch in Großauheim ein solches Statut aufgestellt und durch den Landrat des Königs am 12. April 1881 genehmigt. Um es vorweg zu nehmen, dieses Feuerwehr- Statut überdauerte die preußische Monarchie und die Weimarer Republik. Erst im Dezember 1933 wurde es im Zuge der Gleichschaltung durch die NS- Machthaber außer Kraft gesetzt.

Mithin dauerte diese erste Epoche in der Geschichte unserer Wehr 52 Jahre und 8 Monate, die bisher längste Epoche der Großauheimer Freiwilligen Feuerwehr.

Gelten auch heute andere Gesetze, haben sich auch die Gegebenheiten total verändert, der Tradition bleiben wir jedoch eng verbunden.

So ist noch heute das Amt des 1. Vorsitzenden des Freiwilligen Feuerwehr- Vereins und das des Kommandanten der Wehr an eine Person gebunden, eine Tradition, die sich als zweckmäßig erwiesen hat und immer noch erweist.

Der Erste in dieser Reihe, der Initiator und Gründer der Freiwilligen Feuerwehr Großauheim war der Schreinermeister Michael Lindenfeld, der aber nur kurze Zeit diesen Posten innehatte. Seine Nachfolger waren Sebastian Laber, Jean Heuser, Friedrich Heuser, und Ludwig Zimmermann, der über 25 Jahre als Kommandant an der Spitze der Wehr stand. Von ihm ging schon 1913 die Initiative aus, einen Kreisfeuerwehrverband zu gründen.

Der erste Weltkrieg machte jedoch dieses Vorhaben zunichte. Erst nach dem Krieg 1922 wurde dieser Gedanke von andere Stelle wieder aufgegriffen, und Ludwig Zimmermann wurde zum stellvertretenden Kreisbrandmeister gewählt. 1930 wurde er Kreisbrandmeister, dieses Amt hatte er bis 1934 inne.

Daraus ist zu ersehen, dass Großauheims Feuerwehr maßgeblichen Einfluss darauf nahm, die Sache der freiwilligen Mithilfe über die Grenzen der eigenen Gemeinde hinauszutragen.

Wird heute die Feuerwehr zu einem Einsatz gerufen, sei es ein Brand, eine Hilfeleistung oder aber der Schutz der Bevölkerung, so geschieht dies, ohne die Aufmerksamkeit der Bürger zu erwecken.

Modernste Technik hilft schnell und effektiv die Wehrmänner zusammenzurufen. Die notwendigen Gerätschaften sind auf speziell ausgerüsteten Fahrzeugen montiert, zum Schutze und Wohl der Bevölkerung.

Vor 125 Jahren jedoch wurde die Feuerwehr vom Signalhorn alarmiertGerätschaften mussten mittels Menschenkraft bewegt werden. Örtliche Landwirte stellten ihre Gespanne zur Verfügung- die Wehrmänner eilten mit dem Fahrrad zur Brandstelle. Pumpwagen wurden von Hand, bei entfernten Einsätzen von Pferden gezogen. Die Arbeit der Wehr begann 1881 mit einer zweirädrigen Saug- und Druckspritze, mehrerer Anstell- Haken- und Dachleitern, einigen Schläuchen, Reißhaken, Spaten, Schaufeln und Äxten.

Im Jahre 1912 wurde allerdings in Großauheim der Brandschutz durch eine für heutige Verhältnisse selbstverständliche Sache revolutioniert.

Im Juni war die Installierung der örtlichen Wasserleitung abgeschlossen. Hydranten sorgten in jeder Straße für das nötige Löschwasser. Die Freude über die Erleichterung des örtlichen Brandschutzes drückte sich wohl im Hydrantenfest der Feuerwehr am 9. Juni 1912 aus.

In dieser Zeit besaß die Wehr auch eine Sanitätsgruppe, die aktiv Dienst am Kranken leistete. Der Ausbilder dieser Gruppe war der bekannte Arzt Dr. Karl Kihn; sein Nachfolger wurde Dr. Rothschild.

Erst 1926 beginnt die chronologische Erfassung der Einsatztätigkeiten unserer Wehr. 54mal wurde die Wehr seit Gründung zur Brandbekämpfung gerufen, heißt es im Festbuch zum 45 jährigen Bestehen 1926, und zu einer Anzahl Waldbränden. In Wirklichkeit dürften es jedoch mehr Einsätze gewesen sein, denn die Registrierung wurde erschwert, da es erst ab 1895 in Großauheim Straßennamen gab. Die meisten Einsätze waren Scheunenbrände und die Sicherung der Nachbargebäude.

Schon 1887 leistete die Freiwillige Feuerwehr Großauheim nachbarliche Hilfe- in Klein Auheim brannten am 10.August dieses Jahres 30 Häuser und 17 Scheunen.

Obwohl das Großherzogliche Landratsamt sich durch ein Schreiben für die geleistete Hilfe bedankte, kam es trotzdem zu einer gebührenpflichtigen Verwarnung der Ernst- Ludwig- Eisenbahnverwaltung wegen widerrechtlicher Benutzung des Gleiskörpers der Mainbrücke. Eine Straßenbrücke gab es erst später. Auch Einsätze in Großkrotzenburg und Wolfgang sind registriert, bildeten die drei Orte doch einen Löschbezirk.

Die Einsatztätigkeiten der Freiwilligen Feuerwehr Großauheim gingen jedoch weit über die Brandbekämpfung hinaus. So mussten Keller ausgepumpt werden, ein leckes Schiff abgesichert und Katastropheneinsatz z.B. beim Fassadeneinsturz der Gustav- Adolf- Kirche geleistet werden.

Der technische Fortschritt zog in die Feuerwehr ein. Eine Dampfsirene alarmierte die Wehrmänner – diese jedoch wegen ihrer Anfälligkeit weiter vom Hornisten unterstützt. Auch die Kirchenglocken läuteten noch oft Sturm.

Im Verlauf dieser ersten Epoche musste die Feuerwehr dreimal mit ihren Gerätschaften eine neue Heimat suchen. Zunächst befand sich das Spritzenhaus gegenüber dem Alten Rathaus. Ein hölzerner Schlauchturm wurde errichtet. Zu Beginn dieses Jahrhunderts, im Jahre 1901, wurden in der Haggassenschule zwei Hallen für die Gerätschaften bereitgestellt. Davon zeugen noch die zwei Bogenfenster an der linken Gebäudeseite. 1907 zog dann die Feuerwehr in ihr neues Domizil in der jetzigen Löschgasse.

Dies war 84 Jahre der Stützpunkt der Großauheimer Wehr, bis 1991 nach langjährigen Planungen über die Standortfrage und wie viele Boxen, am Dienstag den 13.Juni 1989 der Spatenstich für den Neubau des neuen Feuerwehrhaus am Spitzenweg stattfand.

Am Freitag den, 16.August 1991 war es dann so weit Einweihung des neuen Hauses, konnte der Wehrführer und 1. Vorsitzende Kamerad Peter Hack den Schlüssel aus den Händen von Oberbürgermeister Hans Martin entgegen nehmen.

War die Zeit bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs die Zeit des Aufbaus der Feuerwehr, so gingen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der jungen Republik nicht spurlos an der Feuerwehr vorüber. Notwendige Anschaffungen konnten nur schwer getätigt werden, die Erlöse der verschiedenen Aktivitäten und die Mitgliederbeiträge wurden zum Kauf von Materialien und Ausrüstung verwendet.

Obwohl sich das Kapital im Dezember 1923 auf eine Summe von 3 Billionen 61 Milliarden 380 Millionen 257 Tausend 3 Mark und 32 Pfennige belief, war der Kassenbestand wenig später nur noch die Summe von 3 Reichsmark und 6 Pfennigen wert.

Das wohl einschneidenste Ereignis in der jüngeren Geschichte War der Tag der Machtergreifung im Januar 1933.

War wohl immer noch der Gedanke der Freiwilligkeit die treibende Motivation der Wehrmänner, so mussten sie sich doch mit militärischen Übungs- und Disziplinpflichten abfinden. Obwohl das „Führerprinzip“ voll praktiziert werden musste, so blieb doch im Verborgenen der Geist der Demokratie erhalten. So blieb bei uns der Obrigkeit nur die Möglichkeit Männer an die Spitze der Feuerwehr zu berufen, die nicht Mitglied der NSDAP waren.

Im September 1933 bekam die Großauheimer Feuerwehr endlich die lang erwartete Motorspritze, zusammen mit den Feuerwehren von Wolfgang und Großkrotzenburg. Doch die neuen Machthaber ernteten nur, was schon zwei Jahre vorher mehr oder weniger genehmigt worden war.

Doch die Freude über diese Neuanschaffung wurde bereits kurze Zeit später wieder getrübt, wie das Protokollbuch vom 6. November 1933 bestätigt. Ab diesem Zeitpunkt sind Übungen zum Schutz vor Luftangriffen und diesbezügliche Maßnahmen in den Dienstterminen zu behandeln.

So wurde bereits 1934 im Mai eine Übung veranstaltet; man ging von der Annahme aus, eine Gruppe von fünf feindlichen Flugzeugen, aus Richtung Frankfurt kommend, habe das Hafengebiet vergast und in Brand geschossen. Da die Hanauer Wehr alleine nicht Herr der Lage wurde, wurden die Feuerwehren von Kesselstadt und Großauheim mitalarmiert.

Mitten im Frieden, fünf Jahre vor Ausbruch des Krieges, übte man eine Situation, die elf Jahre später katastrophale Wirklichkeit wurde, und Tausenden von Mitbürgern das Leben kostete Wenn wir heute aus historischer Sicht auf diese Vorkriegsaktivitäten zurückblicken, so stimmt es uns zumindest nachdenklich. 1936 wurde angeordnet, wöchentlich einmal eine Übung zu veranstalten, Übungen, die wie schon erwähnt, besonders für den militärischen Sektor von Bedeutung waren.

In dieser zweiten Epoche, die nach dem Willen der Machthaber 1000 Jahre dauern sollte, gab es nur 32 Einsätze, die zivilen Charakter hatten.

Alle Einsätze der Kriegszeit wurden aufgezeichnet und wir können weit über die Ortsgrenzen hinaus die furchtbaren Folgen, die der Krieg mit sich brachte, verfolgen. Der erste Bombenabwurf über Großauheim war in der Nacht vom 6. auf den 7.August 1941. Die Rüttgerswerke, die Argonnerkaserne und zwei Anwesen in der Lindenausiedlung wurden getroffen. Je länger der Krieg dauerte, umso mehr Einsätze mussten geleistet werden. So mussten die Motorspritze und das 1941 angeschaffte erste Fahrzeug ausrücken, um noch größere Schäden verhindern zu helfen.

Bei Änderung der Kriegslage nach der Invasion der Alliierten in Frankreich nahmen die Anzahl und Intensität der Einsätze von Monat zu Monat zu.
Der alarmreichste Tag in der Geschichte unserer Feuerwehr war wohl der 13. bzw. 14 Februar 1945. In 24 Stunden heulten die Sirenen neun mal zum Vollalarm und in der Luft hörte man ständig das Dröhnen der Bombengeschwader.
Es war dies die Nacht, in der Dresden dem Erdboden gleichgemacht Wurde und in der mehr als 35000 Menschen dieser Stadt den Tod fanden. 
Am 19. März war die Großauheimer Feuerwehr 14 Stunden ununterbrochen im Einsatz. 
In der Kriegschronik von Heinrich Kurzschenkel ist folgender Eintrag zu lesen:

„Um 4 Uhr kreuzten Flieger (schon um 2 Uhr waren welche da), die Hanau „abfackelten“, d.h. mit Lichtern übersäten, ohne das Luftwarnung oder Alarm gegeben wurde. Schlagmäßig begann das Bombardement.

Die Menschen stürzten in die Keller, aber für viele war es zu spät. Hanau ist eine Stätte des Grauens und Entsetzens geworden. Die Feder sträubt sich, das Geschehende niederzuschreiben. 
Es lässt sich aber auch gar nicht schildern. …..In Klein Auheim gerieten mehrere Scheunen und in Klein Steinheim eine Anzahl Häuser in Brand.

Die Kasernen in Wolfgang erlitten schwere Schäden, und im Bahnhof Hanau brannten Wagen aus. Hals über Kopf stürzte auch hier alles in die Keller. Man erwartete und das ist die Zerreißprobe- sein letztes Stündchen. Dichte Rauchschwaden zogen von Hanau her, die das Flammenmeer Hanau unsichtbar machten. Der Alarm kam erst, als schon die Bomben und Minen krachten.“ Hanau brannte acht Tage lang. Wenn auch 1938 die Freiwillige Feuerwehr aufgelöst werden musste, und die Wehrmänner den Status der Hilfspolizei erhielten, so ist doch festzuhalten, dass der Gedanke, den die Gründerväter bewogen, sich in den Dienst ihrer Mitbürger zu stellen, in der Hitlerdiktatur erhalten geblieben war: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.

An dieser Stelle sei besonders den Kameraden gedankt, die trotz ihres Alters ihre Erfahrung weiter den aktiven Wehrmännern zur Verfügung stellten, um den Brandschutz während des Krieges zu gewährleisten, waren doch von 78 Aktiven 43 in die Wehrmacht einberufen. Die Kameraden R. Möbis I und Rudolf Funk, die auch im Kriege an der Spitze der Feuerwehr standen, wurde bereits 1945 von der alliierten Regierung als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Großauheim beauftragt, den Brandschutz neu aufzubauen. Sie waren als „nicht vorbelastet“ eingestuft, und begannen sofort mit der Neuorganisation und Neuaufbau.

Die dritte Epoche begann 1945 mit der Anschaffung von modernem Material. Es war ein weiter Weg, bis endlich die Feuerwehr im Mai 1964 die Vollmotorisierung als abgeschlossen betrachten konnte.

Die Kriegsschäden waren schnell behoben, das Spritzenhaus wurde den neuen Erfordernissen angepasst.- Man plante den Neubau, auf den man jetzt schon wieder 10 Jahre wartet, denn die moderne Zeit stellt immer größere Anforderungen an Ausrüstung und Mannschaft. Die Modernisierung der Feuerwehr verlangte eine solide und intensive Ausbildung der Männer, die sich dem Schutze der Mitbürger verschrieben haben.

Der Durchbruch immer neuerer Materialien im Bauwesen, der Einsatz neuer Mittel für die Brandbekämpfung und Verhinderung von Katastrophen verlangte in den letzten drei Jahrzehnten ein hohes Maß an Lernbereitschaft und Übung. Immer wieder müssen sich die freiwilligen Helfer auf neue Gegebenheiten ein- und umstellen, um den Auftrag der Mitbürger zur Zufriedenheit aller ausführen zu können. Die ehemaligen Luftschutzsirenen, ein Überbleibsel der Kriegszeit, alarmierten seit 1974 nicht mehr die Feuerwehr. Diese Aufgabe haben Sender übernommen, über Funk werden die Kameraden zusammengerufen, eine Neuerung, die schnell und sicher die Männer informiert, um ihren Dienst zu tun.

Großauheim entwickelte sich in den ersten Nachkriegsjahren schnell zu einer modernen Industriestadt. Waren es vor dem Kriege, in der ersten Epoche hauptsächlich Scheunen- und Hausbrände, die zu bekämpfen waren, so mussten nun im Zuge der Technisierung viele Einsätze geleistet werden, die mit Brandschutz nur im weitesten Sinne zu tun hatten. So wurde die Feuerwehr zum Schutz vor Hochwasser alarmiert, Freilegung von Straßen und Eisenbahnlinien, Schutz vor Einsturz von Häusern oder Dächer bei Um- und Ausbauten und zur Lebensrettung. Flußwasser musste mit Sauerstoff angereichert werden, Tiere eingefangen und geborgen werden.

Die moderne Technik birgt Gefahren – davor muss gewarnt und Schutz vorangetrieben werden. Öl verschmutzt unser Grundwasser, Tanks müssen abgedichtet werden. Die Feuerwehr ist für all dies ausgerüstet und ausgebildet, auch wenn die Anforderungen an die Feuerwehrfrauen, und Männern immer höher werden und es nicht ganz einfach ist für Lehrgänge von seinem Arbeitgeber freigestellt zu werden.

Ganz besonderen Wert legen die Wehrmänner und Frauen auf die Hilfe, zu der sie von Mitbürgern gebeten werden. Das Wort Bürgernähe wurde und wird von der Freiwilligen Feuerwehr Großauheim sehr ernst genommen. Selbst private Probleme werden auf schnelle und unbürokratische Art gelöst, seien es überflutete Baugruppen oder Öffnung von zugefallenen Wohnungstüren. Bedienstete des städtischen Bauhofes Großauheim waren als Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr stets gerüstet als sofortige Helfer Einsatz leisten zu können, dies ist leider nach der Eingemeindung nach Hanau nicht mehr möglich, heute übernehmen unsere Hauptamtlichen Kollegen aus Hanau so manchen kleineren Einsatz ohne das die Wehr alarmiert werden muss.

Auch zur Verschwisterung mit unserem Nachbarn Frankreich im Zuge der europäischen Einigung leistete die Freiwillige Feuerwehr einen wichtigen Beitrag. Seit nun bereits 10 Jahren sind wir in herzlicher Freundschaft mit der Feuerwehr unserer Partnerstadt Conflans Sainte Honorine verbunden. Der dortige Kommandant, Leon Pannier, schlug 1971 ein gegenseitiges Kennenlernen vor. Daraus haben sich enge und freundschaftliche Bindungen ergeben. Jährlich besuchen sich Delegationen der beiden Wehren gegenseitig. Leider ist mit dem Ausscheiden von dem Kamerad Leon Pannier als Kommandant das freundschaftliche Miteinander eingeschlafen.

Aus Gründen, die der Krieg verursachte, war der Mannschaftsbestand zu Beginn der dritten Epoche sehr klein und überaltert. Trotz der Anschaffung eines modernen Tanklöschfahrzeuges, das einen geringeren Mannschaftsbestand benötigte, sorgte man sich um eine ausreichende Anzahl von Wehrmännern. So wurde am 6. April 1959 eine Jugendfeuerwehr gegründet, um bereits 12 jährigen Jungen die Idee der Hilfsbereitschaft gegenüber dem in Not geratenen Mitbürger nahe zu bringen.

So wuchs über Jahre hinweg eine Jugendgruppe, von der immer wieder junge Menschen den Weg zu den Aktiven fanden. Im Jahre 1989 wurde das Eintrittsalter nach Änderung des Hessischen Brandschutzhilfeleistungsgesetz für Mitglieder der Jugendgruppe auf 10 Jahre herabgesetzt, weil man erkannt hatte das einem sonst die Jugendlichen in andere Vereine abwandern.

Ab dem Tage des Einzuges ins neue Feuerwehrhaus war eine starke Zunahme der Anträge auf Mitgliedschaft in der Jugendabteilung, die Anträge wurden so viele das eine Warteliste erstellt werden musste, die bis zum heutigen Tage besteht, man kann daraus ersehen das die Jugendarbeit in unserer Wehr hervorragend ist. Mit dieser guten Arbeit der Jugendabteilung wuchs auch der Personalstand unserer Einsatzabteilung jedes Jahr ein bisschen mehr so das wir heute auf 49 Aktive Feuerwehrmänner und 7 Feuerwehrfrauen zurückgreifen können.

Unser Dank gilt an dieser Stelle unseren Jugendwarten, die viel von ihrer Freizeit opfern um die Jungen und Mädchen auszubilden.

Die dritte Epoche endet in einer Übergangszeit, die durch die Eingemeindung nach Hanau bedingt war. Ab dem Tag der Zugehörigkeit Großauheims zu Hanau am 1.7.1974 endet der direkte Kontakt zwischen dem Bürgermeister und der Feuerwehr.

Ab diesem Datum steht der Stadtbrandinspektor zwischen den Instanzen, mit ihm müssen sämtliche Angelegenheiten, die zum Schutz der Bevölkerung notwendig sind, übereingestimmt werden. Hanau, fast eine Großstadt mit 90000 Einwohnern, hat den Wehren der neuen Stadtteile neue Umstellung und andere Verantwortlichkeiten beschert.

32 Jahre sind nun seid der Eingemeindung nach Hanau vergangen, und man kann sagen, nach den anfänglichen Schwierigkeiten der ersten Jahre haben sich die Stadtteilwehren zu einer schlagkräftigen Feuerwehr der Stadt Hanau zusammengefunden. Eines jedoch ist sicher: Die Aufgabe ist seit nunmehr 125 Jahren die Gleiche geblieben.

In all den vier verschiedenen Epochen war es stets unser Trachten unsere Mitbürger vor Schaden zu bewahren und zu schützen. So gesehen ist die Freiwillige Feuerwehr Großauheim schon seit 1881 eine – heute würde man sagen – Bürgerinitiative gewesen. Diese Bürgerinitiative sind aber nicht nur die Wehrmänner und Frauen eng verbunden, sondern weit darüber hinaus deren Familien und wir können mit Stolz sagen, die gesamte Bevölkerung unserer Heimatstadt.

Sie war es letztlich, die die Freiwillige Feuerwehr bei all ihren Aktivitäten tatkräftig unterstützte und durch Beiträge und Spenden half die Erlöse aus Veranstaltungen der verschiedensten Art für Neuanschaffungen an Material und Geräten zu erwirtschaften. So konnte 1991 ein über Spenden beschaffter neuer ELW in Dienst gestellt werden. Es bleibt zu hoffen, dass die politische Gemeinde durch geeignete finanzielle und ideelle Mittel weiterhilft, den derzeit modernen Stand der Großauheimer Feuerwehr zu erhalten, und mithelfen möge auch in der Zukunft die Anschaffung notwendiger Gerätschaften zu garantieren.

Am 11. März 1994 beginnen wir unter dem Motto „Jugend für Europa“ „die Austauschbesuche“ mit Santiago del Teide in Teneriffa. Es besuchten uns eine Gruppe von Jungen Feuerwehrmännern die für 10 Tage Gast in unserem Feuerwehrhaus waren. Noch im gleichen Jahr reisten wir zum gegen besuch nach Santiago del Teide. Im Jahre 1995 waren unsere Kameraden wieder bei uns, und in dieser Woche vom 25.11.- 02.12.95 wurde ein Freundschaftsvertrag unterschrieben.

Und am 15.05.1998 fuhren wir nach Bad Liebenstein um einen dreitägigen Ausflug zu planen, dies war am Samstag nach dem Großfeuer bei der Firma Remex. Aus diesem Besuch nach Bad Liebenstein und dem Besuch bei den Kameraden von Liebenstein wuchs ein freundschaftliches Verhältnis das bis heute bestand hat.

Ein besonderer Dank sei an dieser Stelle den Familien und den Ehefrauen, Ehemännern, Lebenspartner den aktiven Wehrmänner, und Wehrfrauen aus gesprochen. Müssen sie schließlich auf einen Teil der gemeinsamen Freizeit verzichten, wenn die Ehemänner, Ehefrauen, Lebenspartner ihren oft lebensgefährlichen Einsatz für die Gemeinschaft der Mitbürger leisten. Dass die Frauen der Freiwilligen Feuerwehr eng verbunden sind und die Aktivität ihrer Ehemänner unterstützen sieht man daran, dass sie 1953 die Vereinsfahne stifteten.

125 Jahre Freiwillige Feuerwehr sind 125 Jahre Geschichte im Dienst unserer Heimatstadt und an den Menschen, die in ihr leben. möge viele junge Menschen sich ihrer Aufgabe bewusst werden, Mitmenschen in Gefahr zu helfen und vor Schäden zu schützen.

Werner König, der Verfasser der 125 jährigen Chronik der freiwilligen Feuerwehr Großauheim, übernimmt in seinem Schlusswort das Zitat von Kamerad Bernhard Grün zum 100 Jährigen bestehen:

„Stehen wir aber – wie in der Vergangenheit so auch in der Zukunft – Jederzeit bereit, unseren Mitmenschen im Bedarfsfalle zur Hilfe zu eilen.

Unsere Arbeit, der Schutz der durch Brand und andere Notlagen in Gefahr geratenen Mitbürger, die unsere Vereinsgründer vor 125 Jahren Freiwillig und unentgeldlich auf sich nahmen, und für die sich dann in den nachfolgenden oft schweren Jahren, doch immer wieder Männer und Frauen bereitfanden, wird mit am besten gewürdigt durch das Dichterwort, das Johann Wolfgang Goethe einst sagte:

„manches Herrliche der Welt ist in Krieg und Staub zerronnen, wer beschützet und erhält, hat das schönste Los gewonnen.“

Obwohl manchmal verspottet und gehänselt, brauchen wir uns unseres Hoppy's nicht zu schämen, sondern sollten stolz darauf sein.“

Seit 125 Jahren ist der Leitspruch unserer Wehr

EINER FÜR ALLE, ALLE FÜR EINEN

Das soll auch in Zukunft so bleiben.

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