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Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Hanau-Mittelbuchen

Am 15. Oktober 1925 trafen sich, auf Einladung von Bürgermeister Köppel, 55 Personen um eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen.

Natürlich gab es vor dieser Zeit eine Form von organisiertem Brandschutz auf der Grundlage staatlicher Regelungen. Alle männlichen Einwohner vom 18. – 55. Lebensjahr mussten der Pflichtfeuerwehr angehören.

Als Löschgeräte übernahm die Wehr 1925 von der Gemeinde 2 Spritzen: eine aus dem Jahr 1866 (Holzkonstruktion) und eine aus dem Jahr 1895, dazu einen Leiterwagen als Transportfahrzeug. Auch wurden von der Gemeinde 500,- Goldmark bereitgestellt, um Uniformen und weitere Ausrüstung anzuschaffen.

In den Unterlagen fand sich jedoch eine vierseitige Rechnung der Fabrik Maury & Co.. Eine Firma für Militär- und Feuerwehrausrüstungen aus Offenbach Datiert war die Rechnung vom 05. Dezember 1925, auf welcher wohl die Erstausrüstung aufgelistet ist. So wurden neben Gurten, Joppen, Steigerleinen, Steigerbeilen, Laternen, Hornschrillpfeiffen, 14 Steigermützen, 1 Sanitätsmütze, 1 Signalhorn, insgesamt 14 Steigerhelme, 37 Feuerwehrhelme und 2 Kommandanten Helme für 1.510,60 Goldmark in Rechnung gestellt.

Von einem Gründungsfest sah man in Anbetracht der schlechten Wirtschaftslage ab. Laut Versammlungsbeschluss wurde am ersten Dienstag eines jeden Monats eine Übung oder eine Dienstversammlung abgehalten. Man legte hier strenge Maßstäbe an: wer unentschuldigt fehlte, wurde mit einer Geldstrafe belegt und bei mehrmaliger unbegründeter Abwesendheit drohte der Ausschluss.

Die Erkenntnis, dass die Freiwilligkeit einer Pflichtfeuerwehr vorzuziehen sei, war ausschlaggebend.

In dem Gründungsprotokoll steht:

 „Das Bedürfnis dem Nächsten in Not und Gefahr, ohne Rücksicht der Partei und Konfession Hilfe zu leisten, war das Motiv zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr.“

Da es im Jahre 1925 wohl fast nur evangelische Gemeindemitglieder in Mittelbuchen gab, ist der Hinweis ohne Rücksicht auf Partei und Konfession als zukunftsweisend anzusehen und zeugt doch von einer gewissen Weitsicht der Gründer.

Auch heute ist der Grundsatz, für alle da zu sein und zu helfen, Grundlage des Feuerwehrwesens.

Der erste Vorstand bestand aus Heinrich Bechtold und Johannes Maisch.

Die bereits 1926 angegliederte Musikkapelle wurde laut Chronik nach unliebsamen Vorkommnissen im Jahre 1932 aufgelöst.

Aus einem Schreiben datiert mit dem Datum vom 6.3.1929 hatte Mittelbuchen 1262 Einwohner. Die Wehr hatte 70 Mitglieder, es gab auch noch 3 Mitglieder welche wohl verpflichtet wurden und 24 sogenannte „Jünger“.

Ihre Feuertaufe erhielt die Wehr am 10.11.1927 in Bruchköbel. Dorthin wurde sie zur Brandbekämpfung in die damalige Küchenmöbelfabrik gerufen.

Im Jahre 1929 bekam die Wehr eine DKW Motorspritze mit einer Leistung von 450 Litern in der Minute. Sie war die erste im damaligen Löschbezirk und zeugte von der Weitsicht der Gemeinde sowie der Feuerwehr. Ihre Einweihung war mit einem kleinen Fest verbunden.

Eine Bestellung einer mechanischen Leiter kann aus den Unterlagen leider nicht, jedoch das Interesse an einer solchen, belegt werden.

In den 30´er Jahren muss es in Mittelbuchen eine „Jungfeuerwehr“ mit insgesamt 19 Mitgliedern gegeben haben, Dies konnte man einer Namensliste mit der Überschrift „Jungfeuerwehr“ entnehmen. Wahrscheinlich wurde diese dann im Zuge der NS-Zeit in eine HJ-Feuerwehr umgewandelt.

Im Jahr 1935 gab es einen Feuerwehrbericht in welchem auf einer Karte dargestellt wurde, in welchen Orten sich eine Motorspritze befand. Neben Mittelbuchen gab es noch Motorspritzen in Hanau und Großauheim.

Als 1936 erstmals in Mittelbuchen ein Kreisfeuerwehrfest gefeiert wurde, begann eigentlich die große Tradition der Feuerwehrfeste für Mittelbuchen.

In den alten Unterlagen fand sich der Entwurf für einen Banner mit der Inschrift 1886 - 1936 = 50 Jahre Freiwillige Feuerwehr Mittelbuchen, Dies zeigt, dass auch vor 1925 eine Feuerwehr bestanden haben muss. Wir wären also der älteste Verein von Mittelbuchen, bleiben wir jedoch beim Gründungsdatum 1925.

Der Krieg ging auch an Mittelbuchen nicht spurlos vorbei, mussten doch viele aktive Kameraden zur Wehrmacht.  Da auch Pferde eingezogen wurden, war die Anschaffung eines Motorfahrzeuges zum Transport der Spritze notwendig. Man erwarb eine alte 8-sitzige Limousine, die ihren Dienst bis zum Jahr 1953 tat und von Philipp Emmel gefahren wurde.

Im Verlauf des Krieges forderten Bombenangriffe mehrfach den Einsatz unserer Wehr in Hanau und Offenbach. Als jedoch in der Nacht des 6. Januar 1945, nach einem schrecklichen Luftangriff auf unseren Ort etwa 80 Scheunen mit Stallungen, 12 Wohnhäuser und die Kirche zerstört wurden, war ein geordneter Einsatz in diesem Inferno nicht mehr möglich. Jeder hatte bei sich selbst genug zu tun, um das Nötigste zu retten. Dies zeigte die Ohnmacht der Feuerwehr vor den Schrecken des Krieges.

Nach Kriegsende wurde mit der Wiederaufstellung der Wehr begonnen und es traten auch junge Männer der Wehr bei. Die Teilnahme an den neu eingeführten Schnelligkeitsübungen war ein Umbruch für die Feuerwehr.

Im Jahre 1950  wurde aus Anlass des 25jährigen Jubiläums ein kleines Fest abgehalten. Es fand auf den Wiesen hinter dem Dorfgemeinschaftshaus statt.

Auf der Jahreshauptversammlung am 8. Januar 1951 wurde Philipp Brosch zum neuen Ortsbrandmeister gewählt, dieses Amt hatte er bis 1969 inne. Sein Amtsvorgänger Heinrich Bechtold und das Vorstandsmitglied Heinrich Krieger wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

1955 war die Feuerwehr anlässlich ihres 30jährigen Jubiläums Ausrichter des Kreisfeuerwehrfestes.

Im Jahre 1959 war ein Neubeginn für ganz Mittelbuchen und die Feuerwehr. Die Neuzeit brach in Mittelbuchen an, wurde doch endlich eine Wasserleitung verlegt und die Feuerwehr konnte und musste sich mit neuer Technik und Möglichkeiten der Brandbekämpfung vertraut machen.

Pfingsten 1965 wurde das 40jährige Jubiläum mit einem Fest gefeiert und die Gemeinde stiftete ein LF8 Löschfahrzeug, welches der Feuerwehr neue Möglichkeiten der Brandbekämpfung erschloss.

1969 übernahm Walter Rippel das Amt des Ortsbrandmeisters, sein Stellvertreter wurde Helmut Schäfer. Ihre große Mitgliederwerbung ließ die Feuerwehr auf 129 Mitglieder anwachsen und es waren auch viele junge Leute dabei, die den Weg als Aktive zur Feuerwehr fanden.

1972 kam der Anschluss der Gemeinde an die Stadt Hanau. Auch für die Wehr brachte dies gravierende Änderungen durch die Zusammenarbeit der Feuerwehr von Hanau mit sich. Sei es im Rahmen der Ausrüstung, der Ausbildung oder der Einsätze gewesen. Die Integration ging ohne große Probleme vonstatten.

In einer Nacht- und Nebelaktion nahmen der damalige Ortsbrandmeister Walter Rippel und der damalige Stadtbrandinspektor Weidner nach Rücksprache mit unserem ehemaligen Bürgermeister und damaligen Verwaltungsstellenleiter Jean Fehlinger die Räumlichkeiten im neuen Heinrich-Fischer-Haus in Beschlag. Diese waren ursprünglich für den Fuhrpark der ehemaligen Gemeinde Mittelbuchen gedacht. Jetzt hatte die Feuerwehr endlich die richtigen Räumlichkeiten.

Im Zuge der Eingemeindungen wurde 1975 der Feuerwehrverband Hanau-Stadt gegründet, die Zusammenarbeit mit Hanau gestaltete sich schwieriger und Mittelbuchen beschränkte sich auf das Wirken als Stadtteilwehr.

Auch wurde 1975 zusammen mit dem Männergesangverein Eintracht ein Jubiläumsfest gefeiert, bestand doch die Feuerwehr 50 Jahre und der Gesangverein 75 Jahre. Hier zeigte sich dass auch eine Zusammenarbeit innerhalb der Vereine möglich ist. Der Festzug, welcher vom plötzlich einsetzenden Regen hinweg gespült wurde, wird wohl noch vielen in Erinnerung sein. Aus Anlass des Festes wurde uns ein TLF 16 (Baujahr 1962) aus den Beständen der Stadt Hanau  übergeben, welches uns bis 1998 diente.

1977 wurde ein Ford-Bus als Mannschaftstransportfahrzeug an die Wehr durch Herrn Oberbürgermeister Hans Martin übergeben.

1976 bewies die Feuerwehr ihre Einsatzbereitschaft beim Brand der Kegelbahn im alten Ortskern.

Im Jahre 1984 konnte durch die Übernahme des alten Kindergartens als Übungs- u. Bereitschaftraum die Raumsituation entschieden verbessert werden, war der alte Aufenthaltsraum für die inzwischen angewachsene Zahl der Aktiven schon längst zu klein. Besonders die aktiven Mitglieder der Wehr haben in ca. 800 Arbeitsstunden ohne Bezahlung die Räume renoviert und modernisiert. Die Einweihung der neuen Räumlichkeiten erfolgte am 2.6.1984.

Am 7.8.1984 ereignete sich ein Großbrand im Schloss Philipsruhe in Hanau-Kesselstadt. Dieses Feuer beschäftigte nicht nur die Hanauer Feuerwehren, sondern auch die Militär-Feuerwehr und die Bereitschaftspolizei aus Hanau.

1985 wurde wieder ein Kreisfeuerwehrfest in Mittelbuchen gefeiert. Aus diesem Anlass wurde auch ein Banner angeschafft.

Noch eine Neuerung trat 1985 ein, das Erste weibliche aktive Mitglied wurde in die Einsatzabteilung übernommen. Martina  Dauth ( geb. Viehmann) hatte sich durchgesetzt und bewies den männlichen aktiven Kameraden, dass auch sie ihren Mann stehen konnte. Im Zuge der Neuerungen müssen wir jedoch wieder Frau sagen.

Zum Jubiläumsfest 1985 sollte der Einsatzabteilung ein LF 16/12 übergeben werden. Der Termin verschob sich um ein ganzes Jahr, da an dem Fahrzeug noch Umbaumaßnahmen durchgeführt werden mussten. Das Fahrzeug hätte sonst nicht in die Fahrzeughalle gepasste. Nach dem die Umbaumaßnahmen am Löschwassertank und dem Fahrgestell beendet waren, konnte das Fahrzeug am 16. Juli 1986 den damaligen Wehrführern und Gerätewarten durch die Firma Iveco in Ulm übergeben werden.

Im Jahre 1987 verzichteten Walter Rippel und Helmut Schäfer auf eine Widerwahl um Jüngeren Platz zu machen. Als Wehrführer wurde Werner Lind -und als sein Stellvertreter Reinhard Brust gewählt.

Ein neues Mannschaftstransportfahrzeug wurde im Jahr 1990 von der Stadt Hanau übergeben.

Im Jahre 1991 wurde ein Tag der offenen Tür veranstaltet und für eine Jugendfeuerwehr geworben. Es meldeten sich spontan 15 Jugendliche, die Zahl erhöhte sich auf 21 in den folgenden Wochen, weshalb man am 22.11.1991 eine Gründungsveranstaltung im Heinrich-Fischer-Haus abhalten konnte.

Dieser Schritt erwies sich als richtig und notwendig, sind doch inzwischen einige Jugendliche zu den Aktiven übergewechselt.

1993 wurde Edwin Fischer zum Wehrführer gewählt, der Werner Lind ablöste.

Stellvertretender Wehrführer blieb weiterhin Reinhard Brust

Im Jahr 1994 wurden die Räumlichkeiten der Feuerwehr wieder in Eigenleistung renoviert. Hierzu erbrachten die Einsatzkräfte knapp 1.000 Arbeitsstunden und der Verein finanzierte eine neue Einbauküche und einen großen Teil der Renovierungskosten in Höhe von 20.000,-DM. Die Stadt Hanau übernahm die Kosten für die Wandfarben.

Der Januar 1995 war wieder der Monat der Sandsäcke, da der Main Hochwasser ( 4,98m ) führte und die Einsatzkräfte Mittelbuchen mehrere Tage im Einsatz waren.

Im Sommer hätte eigentlich wieder ein Feuerwehrfest gefeiert werden können, doch richtete die Feuerwehr im Herbst lieber die Kerb aus.

Nach erfolgreich absolviertem Wettkampf, konnte die erste Mannschaft, seit Gründung der Jugendfeuerwehr, die Leistungsspange der deutschen Jugendfeuerwehr in Empfang nehmen. Die Jugendlichen hatten für den Wettkampf über ein halbes Jahr zweimal wöchentlich mit ihren Ausbildern Frank Brettschneider und Frank Schäfer trainiert. Unterstützt wurden sie damals von Karlheinz Wenzel dem damaligen Wehrführer und Wettkampfrichter des Main-Kinzig-Kreises aus Wachenbuchen.

Die Leistungsspange erwarben: Thomas Heineck, Anika Ruth (geb. Kress), Silvia Schneider, Stefan Lind, Sebastian Mathuschik, Christian Kunkel, Patrick Krieger, Heiko Toms und Florian Dremel.

Am 8. Mai 1998 wurde ein TSF-W als Ersatz für das 36 Jahre alte TLF 16,von der damaligen Oberbürgermeisterin Margret Härtel übergeben.

Das TLF 16 wurde außer Dienst gestellt und durch die Stadt Hanau verkauft. Das Fahrzeug ist seitdem bei einer ungarischen Feuerwehr im Einsatz. Gerne hätte die Feuerwehr Mittelbuchen das Fahrzeug gekauft, doch gab es damals keine Unterstellmöglichkeit für das Fahrzeug.

Im Jahre 1999 löste Ralf Janssen den stellvertretenden Wehrführer Reinhard Brust ab, welcher sich nicht mehr zur Wahl stellte.

Im Jubiläumsjahr 2000 hatte die Freiwillige Feuerwehr Hanau-Mittelbuchen 430 Mitglieder, diese gliederten sich auf in 43 Aktive, darunter 3 Frauen, 17 Mitglieder der Ehren- und Altersabteilung, 13 Jugendliche, sowie 357 passive Mitglieder.

Das Feuerwehrfest zum 75. jährigen Bestehen der Feuerwehr, zum 25. jährigen Bestehen des Stadtverbandes –und des Kreisverbandes Main-Kinzig war ein voller Erfolg. Der Zapfenstreich, der am letzten Abend des Festes stattfand, war der krönende Abschluss des Festes. Noch heute schwärmen die Besucher von diesem Ereignis.

2001 gab es wieder eine Veränderung in der Führungsspitze. So wurden an der Jahreshauptversammlung Andreas Geyer zum Wehführer und Thomas Lind zum Stellvertretenden Wehrführer gewählt. Dies, weil sich die bisherigen Amtsinhaber aus persönlichen und beruflichen Gründen nicht mehr zur Wahl stellten. 

Im Sommer des gleichen Jahres wurde endlich der „Notfallparklatz“ auf dem Gelände der Feuerwehr gebaut. Dieser war nötig geworden, weil es bei verschiedenen Einsätzen zu einem Parkplatz-Engpass am Feuerwehrgerätehaus kam.

Im August 2002 führte zum ersten mal in der Geschichte der Ironman Germany durch Mittelbuchen, was der Verein zum Anlass nahm, einen Getränkestand an der Rennstrecke zu organisieren und die Radfahrern mit Hilfe eines Feuerwehrschlauches zu erfrischen.

Zur gleichen Zeit hatte sich jedoch eine Katastrophe in Ostdeutschland entwickelt, die vielen als die Elbe-Flut in Erinnerung bleiben wird. Zu dieser Flut wurden auch einige Mitglieder des 5. Katastrophenschutz-Löschzuges-Retten des Main-Kinzig-Kreises, dem auch einige unserer Kameraden angehörten nach Dessau (Sachsen-Anhalt) entsandt. Ihnen wurden wiederum Mitglieder der Einsatzabteilung der Hanauer Stadtteile und somit auch welche aus Mittelbuchen zur Seite gestellt.

Als Dank für die Unterstützung wurden die Kameraden der Einsatzabteilung Andreas Geyer, Reiner Reuter, Michael Scholtholt, Reinhard Brust und unsere damaligen Freigestellten des 5. Katastrophenschutz-Löschzugs-Retten Holger Viehmann, Thomas Heineck, Christian Reuter, Christian Kunkel und Sebastian Mathuschik mit der Hochwassermedaille des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.

Des weiteren wurden die 30 Jahre alten Stahlhallentore erneuert, da diese mittlerweile eine zu große Unfallgefahr darstellten.

Im Januar 2003 wurden die Einsatzkräfte wieder vom Wasser eingeholt. In den Abendstunden des 03. Januar wurden die Feuerwehren aus Hanau-Mitte und Steinheim zur Hilfe gerufen, als die Wohnanlage „Am alten Festplatz“, der Kindergarten und auch das damalige Neubaugebiet an der Mehrzweckhalle durch Starkregen Land unter meldeten.

Die darauffolgenden drei Tage war die Einsatzabteilung unentwegt in Hanau, Steinheim und Klein-Auheim eingesetzt, da die Pegel an Main und Kinzig stiegen. Es galt mit Hilfe von Sandsäcken schlimmeres zu verhindern, was einigen Einsatzkräften am dritten Tag das letzte Krümmelchen Kraft trotz eisiger Kälte abverlangte.

Durch eine Umstrukturierung des Katastrophenschutzes in Hessen, wurden die Löschzüge neu aufgebaut und verteilt. Dies hatte zur Folge, dass die Freigestellten aus Mittelbuchen nicht mehr dem nun aufgelösten 5.Löschzug-Retten, sondern dem 22. Löschzug Hanau des Main-Kinzig-Kreises angehörten. Dieser Löschzug besteht seitdem nur aus freiwilligen oder verpflichteten Freigestellten Einsatzkräften und Fahrzeugen der Feuerwehr Hanau. Das MTF Mittelbuchen ist nun Führungsfahrzeug des Löschzuges.

Im Oktober wurde in Eigenleistung mit einer Kellersanierung begonnen, da die Wände nass und Verschimmelt waren. Dazu wurde der Putz von diesen abgestemmt.

Der Kellerbereich wurde anschließend durch das passive Mitglied Georg Dremel verputzt und durch eine Fachfirma neuer Estrich eingebracht. Im Anschluss wurde der Raum von den Einsatzkräften wieder in Eigenleistung gestrichen.

Anfang 2004 wurde nach 15 Jahren „langem Kampf“ endlich mit den Anbauarbeiten am Gerätehaus Mittelbuchen begonnen. So konnten sich die Einsatzkräfte endlich über getrennte Umkleideräume und neue Duschen freuen. In den vergangenen Jahrzehnten waren die Einatzkräfte gezwungen, sich in der Fahrzeughalle neben den Fahrzeugen anzukleiden und nach den Einsätzen zuhause zu duschen.

Im April wurde ein neues Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) in Dienst gestellt. Da es in der Vergangenheit mit den Bodenblechen der alten Fahrzeuge Probleme gab, wählte man einen neuen Fahrzeughersteller aus.

Im gleichen Jahr wurde ein gebrauchter Kommandowagen ( KdoW ) aus Hanau in Dienst gestellt.

Am Tag der offenen Tür im Mai 2005 wurde der Anbau durch Herrn Stadtbaurat Müller und dem Ortsbeirat offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Das restliche Jahr war, neben den regulären Übungs- und Einsatzdiensten, speziell durch das 80-jährige Jubiläum geprägt. Zu diesem Anlass war die Feuerwehr Mittelbuchen Ausrichter der Kerb. Auch diese Veranstaltung war wieder ein riesiger Erfolg.

Am Ende des Jahres wurde eine Versorgungsgruppe ins Leben gerufen, welche bei größeren Einsätzen die mehrere Stunden andauern könnten, tätig werden sollen. Die Gründungsmitglieder dieser Gruppe setzten sich aus den Kameraden Horst Hiltscher, Berthold Krieger, Erwin Lind, Willi Ruppel, Werner Schmidt und Dieter Wand zusammen.

Anfang 2006 brachte wieder eine Veränderung bei der Wehrführung. Der Wehrführer Andreas Geyer wird nun von Patrick Krieger unterstützt, da Thomas Lind sein Amt vorzeitig aus persönlichen und beruflichen Gründen zur Verfügung stellte.

Die Jugendfeuerwehren der Stadt Hanau und somit auch Mittelbuchen führten im Mai 2006 den ersten 24-Stunden Berufsfeuerwehrtag in der Geschichte der Hanauer Jugendfeuerwehren durch. Zu diesem Ereignis bekamen die Jugendlichen einen spielerischen, fast realitätsnahen Eindruck über die Arbeit einer Berufsfeuerwehr.

An diesem Wochenende hatten alle beteiligten sehr viel Spaß.

Nach langer Dienstzeit als Jugendfeuerwehrwart der Jugendfeuerwehr Mittelbuchen trat Holger Viehmann zum Ende des Jahres 2006 von seinem Amt zurück. Dies, weil er beruflich nicht mehr die Zeit hatte, das Amt auszuführen.

Das Amt des Jugendfeuerwehrwartes übernahm im Januar 2007 Sebastian Mathuschik, zu seinem Stellvertreter wurde Karsten Fritz ernannt,  unterstützt von den Betreuern Stefan Klauer und Eric Viel.

Der 24- Berufsfeuerwehrtag der Hanauer Jugendfeuerwehren wurde wieder mit der Beteiligung der Mittelbücher Jugendlichen durchgeführt.

Das Dorfbrunnenfest war wieder dank gutem Wetter ein voller Erfolg für den Feuerwehrverein.

Die Jugendfeuerwehr fuhr zusammen mit den anderen Hanauer Stadtteilen auf Sommerferienfreizeit nach St. Peter-Ording – diese Freizeit war auch wieder ein voller Erfolg.

Durch einen Vorstandsbeschluss im Januar 2008 wurde ein Bauausschuss unter Leitung von Ulrich Bauer gegründet. Im Oktober wurde wieder einmal der Bereitschaftsraum mit einem enormen finanziellen Aufwand des Feuerwehrvereines in Eigenleistung renoviert. Gerade die Kameraden Heinrich Kress, Michael Ruth und Reiner Reuter erbrachten einen großen Teil der Arbeit durch Einbringung einer edlen Holzdecke. Der Verein investierte erneut in ein Städtisches Gebäude ca. 8000 Euro.

Im 3. Quartal 2008 sollte ein neuer Kommandowagen (KdoW) ausgeliefert werden. Die Auslieferung des neuen KdoW verzögerte sich jedoch bis in das nächste Jahr, da Andreas Geyer zu Gunsten der Feuerwehr aus Hanau-Wolfgang auf den ersten von zwei ausgelieferten KdoW verzichtete.

Im Januar 2009 erhielt die Einsatzabteilung endlich den neuen KdoW. Die Ausrüstung des Fahrzeuges wurde speziell auf die Bedürfnisse der Einsatzabteilung abgestimmt.

Für den Tag der offenen Tür baute die Jugendfeuerwehr in Eigenleistung eine Spielstraße, welche durch den Feuerwehrverein finanziert wurde. Das Spiel & Spaßprogramm kam bei den Eltern und den Kindern super an.

Die Jugendfeuerwehr konnte durch den erfolgreichen Tag der offenen Tür und den anschließend erstmalig durchgeführten Schnupperabend, einige Mitglieder hinzugewinnen.

Im September folgten kurz hintereinander zwei Einsätze, die die Einsatzkräfte immer in den frühen Morgenstunden aus ihrem Schlaf riss.

In Hanau-Steinheim brannte das ehemalige Druckhaus bis auf die Grundmauern nieder, hier war die Einsatzabteilung 10 Stunden im Einsatz.

3 Tage später standen rund 150 Strohballen in der Feldgemarkung im Vollbrannt. Dies sorgte für eine große Rauchwolke die weithin über Mittelbuchen sichtbar war. Durch die enorme Geruchsbelästigung wurde dieser Einsatz im Radio erwähnt. Zu diesem Einsatz wurde die Versorgungsgruppe das erste Mal in ihrer Geschichte alarmiert um die eingesetzten Kräfte an der Einsatzstelle mit Essen und trinken zu versorgen.

Das Jahr 2010 wurde überwiegend durch Vereinsarbeit geprägt, welche sich im Dorfbrunnenfest, der Kerb mit Beteiligung des Carnevalvereins und der Beteiligung am Weihnachtsmarkt mit großen Erfolgen wiederspiegelte.

An der Jahreshauptversammlung 2011 wurde Patrick Krieger im Amt des Stellvertretenden Wehrführers bestätigt. Der Kassierer Ulrich Bauer, der Schriftführer Jens Fischer und die Beisitzer Thomas Pressl und Frank Schäfer stellten ihrer Ämter zur Verfügung. Auf der Versammlung wurden Stefan Klauer zum Kassierer, Holger Viehmann zum Schriftführer, Eric Viel – Christian Kunkel – Horst Hiltscher und Edwin Fischer zu Beisitzern gewählt. In den Vergnügungsausschuss wurden Ann-Katrin Wolfram, Anika Ruth, Natalie Krieger und Stefan Klauer gewählt.

Am 08. Oktober 2011 kam es zu einem Küchenbrand in der Kesselstädter Straße, welchen die anwesenden zwei Erwachsenen und drei Kinder dank eines Rauchmelders nur mit leichten Verletzungen überstanden – das Haus bzw. die Wohnung musste jedoch auf Grund des Brandschadens abgerissen werden.

Am 23.12.2011 kam es gegen 19 Uhr zu einem Scheunenbrand an der Rossdorfer Straße, welchen die Einsatzkräfte bis in die frühen Morgenstunden des Heiligen Abends und nochmals zur Brandnachschau in den Mittagsstunden beschäftigte. Hier stellte sich auch heraus, dass eine permanente Wasserentnahme über mehrere Stunden aus dem Hydrantennetz, zu einem Engpass der Trinkwasserversorgung Mittelbuchens führt. Im Laufe des Einsatzes musste ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen zwischen Mittelbuchen und Bruchköbel eingerichtet werden, um dort aufzutanken.

An der Jahreshauptversammlung am 25.02.2012 stellte Andreas Geyer nach zehn erfolgreichen Jahren als Wehrführer sein Amt aus beruflichen Gründen zur Verfügung. Zu seinem Nachfolger wurde Patrick Krieger als Wehrführer gewählt. Zu den Ergänzungswahlen trat der gesamte Vorstand zurück, um wieder einen einheitlichen Wahlzyklus zu erhalten.

Als Stellvertretender Wehrführer wurde Jens Fischer gewählt, der sich gegen Holger Viehmann durchsetzen konnte.

Im Laufe des Jahres erhielt die Wehr ein neues MTF mit einem langen Radstand, welches gerade den Jugendfeuerwehren der Stadt Hanau auf Freizeiten zur Verfügung stehen sollte.

2013 war für die Feuerwehr Mittelbuchen ein ereignisreiches Jahr. Nicht nur 35 Einsätze, sondern auch die Gründung der Kinderfeuerwehrgruppe mit dem Namen „Löschtiger“ war ein Ereignis. Mittelbuchen und gerade Wehrführer Patrick Krieger waren hier in der Stadt Hanau treibende Kräfte, damit diese gegründet wurde.

Christian Müller und Natalie Krieger erklärten sich bereit die Betreuung der Kinderfeuerwehr zu übernehmen. Am Gründungstag von drei Kinderfeuerwehrgruppen in Hanau (Wolfgang, Großauheim und Mittelbuchen) auf der Hauptfeuerwache waren die Kinder aus Mittelbuchen mit ihren Eltern anwesend.

Sebastian Mathuschik stellte auf der Jahreshauptversammlung das Amt des Jugendfeuerwehrwarten aus beruflichen und privaten Gründen nach 12 Jahren kontinuierlicher- und sehr erfolgreichen Arbeit in Mittelbuchen zur Verfügung.

Stefan Klauer als Jugendfeuerwehrwart und Eric Viel als sein Stellvertreter übernahmen fortan die Jugendarbeit.

Der Vergnügungsausschuss setzte sich nun aus Anika Ruth und Christian Kunkel zusammen.

Der Sommer wurde wieder von einem Hochwasser in Ostdeutschland überschattet, zu welchem die Mitglieder des Katastrophenschutzzuges der Feuerwehr Hanau alarmiert wurden. Von Mittelbuchen brachen Reinhard Brust, Sebastian Mathuschik und Eric Viel auf, um zu helfen. Alle drei wurden mit der Hochwassermedaillen des Landes Brandburg und des Landes Sachsen ausgezeichnet.

Mit den Baumaßnahmen der Funktionshalle, welche in erster Linie als Fahrzeughalle für das neue HLF-, aber auch als Waschhalle dienen soll, starteten.

Da sich die Funktionshalle auf dem im Jahr 2001 eingerichtet „Notfallparkplatz“ befinden soll und dieser nun wegfällt, kam es wieder zu einer problematischen Parkplatzsituation für die Einsatzkräfte im Einsatzfall.

Leider ergaben sich keine baulichen Verbesserungen an der alten Fahrzeughalle, welche vom TÜV in ihrem Zustand bemängelt wurde.

Das neue HLF, das für insgesamt 280.000 € angeschafft wurde, konnte im Sommer 2014 endlich von der Einsatzabteilung in den Dienst gestellt werden. Das alte LF 16/12 wurde außer Dienst genommen und auf der Hauptfeuerwache als Ausbildungsfahrzeug weiter genutzt.

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Im Laufe des Jahres konzentrierte sich der überwiegende Bestandteil der Übungen auf die Ausbildung am neuen Fahrzeug.

Die Kinderfeuerwehrgruppe erhielt aus Vereinsmitteln einheitliche Uniformen.

Es wurde zum ersten Mal eine 24h-Übung bei den Aktiven Einsatzkräften durchgeführt, welche sehr positiv angenommen wurde.

Mit den Baumaßnahmen am Unterkunftsgebäude für die Errichtung eines Jugendfeuerwehrraumes und eines Wehrführerbüros wurde begonnen.

Leider konnte die Parkplatzsituation am Gerätehaus noch nicht verbessert werden, auch die Tagesalarmsicherheit scheint allmählich kritisch zu werden.

Das Jahr 2015 war für die Feuerwehr wieder ein ereignisreiches Jahr.

Der Brand der historischen Parkwirtschaft in Wilhelmsbad ist hier besonders zu erwähnen. Aber auch die Einrichtung und der anschließende Betrieb der Erstaufnahmeeinrichtung in der Hanauer August-Schärtner-Halle für die Deutschlandweite Flüchtlingswelle beschäftigte die Wehr.

Die Baumaßnahmen am Unterkunftsgebäude wurden fertig gestellt und am ausgerichteten zweitägigen Jubiläumsfest zum 90-jährigen Bestehen offiziell übergeben. Insgesamt wurden von der Stadt Hanau 475.000 € und vom Land Hessen noch einmal 50.000 € in die Baumaßnahmen investiert.

Der Mitgliederstand belief sich auf 510 Mitglieder, der sich wie folgt aufgliedert: 31 Aktive, 431 Passive, 17 Mitglieder in der Alters- und Ehrenabteilung, 10 Mitgliedern in der Jugendfeuerwehr und 19 Kindern bei den Löschtigern

Die Parkplatzsituation und die baulichen Mängel an der alten Fahrzeughalle wurden leider immer noch nicht abgestellt.

Am Anfang des Jahres 2016 wurde in Mittelbuchen ein 60 KVA Notstrom-Anhänger in den Dienst gestellt, welcher bei Stromausfällen im Stadtgebiet, aber gerade als Noteinspeisung des eigenen Gerätehauses dienen soll.

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Als ein noch ereignisreicheres Jahr könnte nun aber das Jahr 2016 mit 103 Einsätzen eingehen, so viele Einsätze, wie sie wohl noch nie von der Wehr Mittelbuchen abgearbeitet werden mussten.

Der 12.06.2016, ein Sonntag, war hierbei wohl der anstrengendste in Mittelbuchen mit genau 34 Einsätzen. Mittelbuchen wurde hierbei durch eine Unwetterlage, ausgelöst durch lang anhaltenden Starkregen, teilweise überschwemmt. Alle umliegenden Wehren waren neben dem DLRG Hanau und dem Roten Kreuz Stunden lang im Einsatz.

Im September wurde das 25-jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr wieder mit einem zweitägigen Fest begangen. Neben den Jugendfeuerwehrwarten Stefan Klauer und Eric Viel wurde die Jugendfeuerwehr von den Betreuern Manuel Bauer, Rainer Schreiber und Florian Viel betreut.

Zum Jahreswechsel 2016/2017 stellte Stefan Klauer sein Amt als Jugendfeuerwehr-wart zur Verfügung. Von der Wehrführung wurde Eric Viel als Jugendfeuerwehrwart --und Rainer Schreiber als sein Stellvertreter ernannt.

Nach fünf Jahren im Amt des Wehrführers- und 1. Vorsitzenden, stellte Patrick Krieger auf der Jahreshauptversammlung seine Ämter aus beruflichen und privaten Gründen zur Verfügung. Zum neuen Wehrführer bzw. 1. Vorsitzenden wurde Jens Fischer- und zu seinem Stellvertreter Stefan Klauer von der Versammlung gewählt.

Der Verein hat jedoch auch ein reges Vereinsleben, siehe Dorfbrunnenfest, Vereinsausflüge, Tag der offenen Tür, oder Besuche von anderen Festen im gesamten Stadtgebiet und den umliegenden Gemeinden.

Das Bild sowie die Aufgaben der Feuerwehren haben sich im Laufe der Jahre sehr gewandelt. War früher der Brandschutz die Hauptaufgabe sind dies heute Hilfeleistungen. Auch ist es für die Aktiven nicht immer leicht, Verständnis für ihr Hobby beim Arbeitgeber zu finden und für Lehrgänge oder Einsätze freigestellt zu werden.

Auch die Familie, gerade bei Jüngeren die Freundin bzw. der Freund, müssen Verständnis für die Feuerwehr aufbringen. Aufgrund der Feuerwehrtätigkeit muss auf Einiges verzichtet werden.

Gerade in der heutigen Zeit in der die Schlagworte: „Globalisierung“, „Budgettierung“, „Fusionierung“ gebraucht werden, möchte die Feuerwehr ihren Auftrag im Dienst für die Allgemeinheit erfüllen und ihre Unterstützung bei der Stadt und der Bevölkerung finden.

Deshalb weiter gemäß dem Wahlspruch

"Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr."