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Frauen in der Einsatzabteilung Hanau-Mittelbuchen

Aktuell sind in der Einsatzabteilung Hanau-Mittelbuchen drei Frauen tätig, die vierte Frau steht bereits bereit und wird im Herbst die dreiwöchige Grundausbildung absolvieren.

"Vergesst eure Vorurteile und schaut einfach mal bei der Feuerwehr vorbei"

 

Im Interview mit den Mittelbücher Feuerwehrfrauen Marlies Köppel, Verena Stegmann, Natalie Krieger

Marlies Köppel

Ein guter Freund hat mich überzeugt, mir das mal anzuschauen. Und es hat gleich Spaß gemacht.

Ich habe unterschiedliche Menschen kennengelernt. Dazu gehört, auch die zu mögen, die einem zunächst nicht so sympathisch waren.  Man lernt, mit den Menschen umzugehen. Es haben sich Freundschaften entwickelt, die es sonst nicht gäbe. Mein Selbstbewusstsein ist dadurch gestärkt worden. Anfangs war ich ziemlich schüchtern, aber dann habe ich mich geöffnet.

Wenn ich als Teenager sage, ich bin bei der Feuerwehr, dann glauben einem das die Menschen zunächst nicht.

 

Verena Stegmann

Schon mein Vater und Großvater waren bei der Feuerwehr, allerdings im Aschaffenburger Raum, wo ich herkomme. Nach meinem Umzug war ich hier in Mittelbuchen zunächst nicht bestrebt zur Feuerwehr zu gehen. Anfangs kannte ich niemanden. Dann habe ich 2015 den Tag der offenen Tür am Heinrich-Fischer-Haus verschlafen, wo ich eigentlich hin wollte. So bin ich am Dienstag darauf zum Übungsabend gegangen und habe mir ein Bild von der Feuerwehr und den Kameraden gemacht

Schnell hatte ich den Eindruck, dass der Umgang miteinander sehr familiär ist.

Positive Rückmeldungen erhalte ich auch eher aus meinem Berufsumfeld. Deswegen raten wir: Vergesst eure Vorurteile und schaut einfach mal bei der Feuerwehr vorbei.

 

Natalie Krieger

Schon mein Opa war bei der Feuerwehr. Das war in unserer Familie immer Thema. Mein Großvater war Wehrführer. Die Feuerwehr war sein Leben, obschon sie nur Hobby sein sollte. Er hat im Einsatz Schlimmes gesehen. Das hat die Familie mit belastet. Aber das hat mich nicht abgeschreckt – im Gegenteil. Da zu sein und zu helfen, das ist mir wichtig. Mein Opa hat ja auch immer weiter gemacht.

Hinzu kommt noch, dass mein Mann hier aus Mittelbuchen kommt und ebenfalls bei der Feuerwehr aktiv ist. Das hat mir den Weg geebnet. Nach Studium und Ausbildung wollte ich dann richtig dabei sein. 2004 habe ich den Grundlehrgang gemacht. 2006 kam der älteste unserer drei Söhne zur Welt.

 

Dann war Ende bei der Feuerwehr?

Während des Stillens schon. Aber Muttersein hält nicht von der Feuerwehr ab. An einem Abend in der Woche mal Abstand zu haben und bei der Feuerwehr eine andere Rolle als die der Mutter einzunehmen, empfinde ich als angenehm. Wobei ich derzeit nicht in der Einsatzabteilung bin, sondern der Feuerwehr als Betreuerin der Kindergruppe helfe. Wir freuen uns, dass ein Drittel der Kindergruppe aus Mädchen besteht, von denen hoffentlich viele dabei bleiben.

 

Wie regeln Sie die Kinderbetreuung, wenn Sie bei der Feuerwehr sind?

Mein Mann springt dann ein, wir müssen uns natürlich abstimmen. Denkbar ist auch, sich mit der Oma in der Nähe oder Nachbarn abzusprechen. Genauso können sich Feuerwehr-Frauen bei einem Einsatz in der Betreuung ihrer Kinder abwechseln. Ich finde es wichtig, das Vorurteil aufzubrechen, als passten Feuerwehr und Muttersein nicht zusammen.

 

Würden Sie bei anderen Müttern für die Feuerwehr werben?

Ich kann mir vorstellen, im Rahmen eines Elterngesprächs in Schule oder Kindergarten drei Mütter rauszusuchen und ihnen zu sagen, sie könnten doch super anpacken und seien daher für die Feuerwehr geeignet. Mehr als eine einzubinden, halte ich dabei für wichtig.